Samstag, 26. September 2026

Rezension: Der Mörder zahlt mit einer Mark

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Wahre Kriminalfälle aus Sachsen


Passend zum Internationalen Tag der Justizangestellten möchte ich euch das Buch „Der Mörder zahlt mit einer Mark“ von Gabi Thieme vorstellen.

Bereits vor einiger Zeit habe ich mit „Auf dem Schulweg verschwunden“ ein anderes Werk der Autorin gelesen. Auch diesmal widmet sich Gabi Thieme wahren Kriminalfällen und zeigt eindrucksvoll, wie komplex Ermittlungen und Gerichtsverfahren sein können.


Buchtitel

Der Mörder zahlt mit einer Mark
und andere fast perfekte Verbrechen

Autorin

Gabi Thieme

Verlag

Paperento

Medium: Taschenbuch
Seitenzahl: 333
Preis: 16,00 € (Verlag | Amazon*)
Erschienen: 01.05.2025

ISBN: 978-3-947409-90-7

Bewertung: ★★★★★


Worum geht es?


Das Buch umfasst drei authentische Kriminalfälle aus Sachsen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Fall 1: Der Mord an Heike Wunderlich

Im Jahr 1987 ist die 18-jährige Heike Wunderlich mit ihrem Moped auf dem Heimweg durch das Vogtland. Doch sie erreicht ihr Ziel nie. Am nächsten Tag wird ihre Leiche im Wald gefunden.

Trotz umfangreicher Ermittlungen kann die Tat zunächst nicht aufgeklärt werden. Erst Jahrzehnte später führen Fortschritte bei der DNA-Analyse dazu, dass der Fall erneut aufgerollt wird. Im Jahr 2016 kommt Bewegung in die Ermittlungen und schließlich landet der Fall vor Gericht.

Doch damit endet die Geschichte nicht. Der Prozess zieht sich über zahlreiche Verhandlungstage hin und beschäftigt schließlich sogar den Bundesgerichtshof. Besonders bewegend ist dabei das Schicksal der Familie, die über Jahrzehnte auf Antworten warten musste.

Fall 2: Der Bankraub im Erzgebirge

1994 wird eine Sparkassenfiliale von mehreren Tätern überfallen. Zwei Beteiligte können schnell gefasst werden, doch der Fahrer des Fluchtwagens bleibt verschwunden.

Jahrelang fehlt von ihm jede Spur. Da ein Raub nach zwanzig Jahren verjährt, scheint die Zeit für den Täter zu arbeiten. Doch kurz vor Ablauf der Frist begeht er einen entscheidenden Fehler, der schließlich zu seiner Festnahme führt.

Fall 3: Mord oder Selbstmord?

Im Jahr 2003 wird in Chemnitz ein Mann tot in seinem Haus aufgefunden. Die Umstände deuten auf Suizid hin und der Fall wird abgeschlossen.

Erst siebzehn Jahre später kommt es zu einer überraschenden Wende: Die Tochter des Verstorbenen erstattet Anzeige wegen Mordes und erhebt schwere Vorwürfe gegen ihre eigene Mutter.

Plötzlich muss ein längst abgeschlossener Fall neu bewertet werden.

Meine Meinung


Gabi Thieme gelingt es erneut, wahre Kriminalfälle spannend und zugleich sachlich aufzubereiten. Dabei konzentriert sie sich nicht nur auf die eigentlichen Taten, sondern beleuchtet auch die Menschen dahinter.

Besonders interessant fand ich die Darstellung der Ermittlungsarbeit. An mehreren Stellen wird deutlich, welche enormen Fortschritte die Kriminaltechnik in den vergangenen Jahrzehnten gemacht hat. Gerade im ersten Fall zeigt sich eindrucksvoll, dass selbst nach vielen Jahren neue Spuren zum Erfolg führen können.

Ebenso ausführlich schildert die Autorin die Gerichtsverfahren und deren Auswirkungen auf die Angehörigen. Gerade diese persönliche Perspektive macht die Fälle besonders bewegend und zeigt, wie lange ein Verbrechen das Leben der Betroffenen beeinflussen kann.

Der Schreibstil ist angenehm lesbar und gleichzeitig detailliert. Man merkt der Autorin ihre intensive Recherche deutlich an. Die Fälle werden nachvollziehbar dargestellt, ohne sensationsheischend zu wirken.

Fazit


Mit „Der Mörder zahlt mit einer Mark“ legt Gabi Thieme erneut ein gelungenes True-Crime-Buch vor. Die drei vorgestellten Fälle zeigen eindrucksvoll, wie komplex Ermittlungen und Gerichtsverfahren sein können und dass Gerechtigkeit manchmal erst nach vielen Jahren erreicht wird.

Wer sich für wahre Kriminalfälle, Ermittlungsarbeit und Gerichtsprozesse interessiert, sollte einen Blick auf dieses Buch werfen.

Die Autorin


Gabi Thieme, Jahrgang 1953, geboren und aufgewachsen im Erzgebirge, studierte in Leipzig Journalistik und arbeitete ab 1976 als Redakteurin und stellvertretende Leiterin der Außenstelle Karl-Marx-Stadt der Nachrichtenagentur ADN. 1990 wechselte sie zur bis heute größten Regionalzeitung Ostdeutschlands, der »Freien Presse« in Chemnitz, bei der sie bis Ende 2018 tätig war. Sie kennt die großen Kriminalfälle der Region und hat über die spektakulärsten nicht nur in der Zeitung ausführlich berichtet, sondern sie in jüngster Zeit in spannenden Büchern aufbereitet. 2020 erschien »Mord im Regionalexpress«, 2022 »Das fast perfekte Verbrechen«. Ein dritter True-Crime-Band ist in Vorbereitung. Mit den vorliegenden Kurzgeschichten betritt die Autorin Neuland. Sie erzählt sehr private Episoden und Erlebnisse, berichtet von ungewöhnlichen Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen und verknüpft alles behutsam mit ein wenig ostdeutscher Zeitgeschichte.



Das Buch wurde mir vom Paperento Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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