Knochenpuppen des Grauens
Mit „Puppenherz“ legt Max Bentow den dritten Fall für die Berliner Ermittler Carlotta Weiss und Nils Trojan vor. Nach „Eulenschrei“ und „Rabenland“ erwartet die Hörer erneut ein düsterer und spannender Thriller. Das Hörbuch ist bei der Hörverlag erschienen und wird von Herbert Schäfer gelesen.
Puppenherz
Autor
Max Bentow
Verlag
der Hörverlag
Sprecher
Herbert Schäfer
Spielzeit: 8 h 48 Min (ungekürzte Lesung)
Erschienen: 27.07.2026
ISBN: 978-3-8445-5679-7
Bewertung: ★★★★☆
Worum geht es?
Nils Trojan und Carlotta Weiss werden zu einem Tatort gerufen, an dem sich ihnen ein schreckliches Bild bietet. Eine Frau wurde auf brutale Weise ermordet. Neben der Leiche steht eine kleine Puppe, die aus menschlichen Knochen gefertigt wurde.
Die anschließende Analyse fördert eine beunruhigende Erkenntnis zutage. Der verwendete Knochen stammt von einer Frau, die bereits vor zehn Jahren Opfer eines Mordes wurde.
Während die Ermittler noch versuchen, die Verbindung zwischen den beiden Fällen zu verstehen, geschieht bereits der nächste Mord. Und erneut taucht eine Knochenpuppe auf. Schon bald erkennen Trojan und Weiss ein verstörendes Muster. Die Puppen werden jeweils aus den Knochen der vorherigen Opfer gefertigt und die Abstände zwischen den Taten werden immer kürzer.
Der Druck auf die Ermittler wächst. Denn je näher der Täter seinem Ziel kommt, desto weniger Zeit bleibt, ihn aufzuhalten.
Meine Meinung
Max Bentow bleibt seinem Stil auch in „Puppenherz“ treu. Die Geschichte entwickelt von Beginn an eine bedrückende Atmosphäre und zieht den Hörer schnell in ihren Bann.
Besonders interessant fand ich die Passagen, in denen eine zunächst unbekannte Person zu Wort kommt. Die Stimme wirkt eigenartig und die Aussagen lassen vermuten, dass diese Figur in direktem Zusammenhang mit den Verbrechen steht. Dadurch entsteht lange Zeit eine geheimnisvolle und teilweise verstörende Stimmung.
Zeitweise fühlte ich mich dabei an die Mörderpuppe Chucky erinnert, die in den 1980er- und 1990er-Jahren für reichlich Grusel sorgte. Zunächst hatte ich sogar die Befürchtung, dass die Geschichte in eine völlig übernatürliche Richtung abdriften könnte.
Doch genau das passiert nicht. Stattdessen gelingt es dem Autor nach und nach, die Hintergründe der Morde aufzudecken. Mit jeder neuen Erkenntnis setzen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen und der Nebel lichtet sich langsam.
Besonders spannend wird es gegen Ende, als die Ermittlungen die beiden Kommissare zu einem geheimen Raum im Turm einer Villa führen. Dort spitzt sich die Handlung noch einmal deutlich zu und Nils sowie Carlotta geraten selbst in höchste Lebensgefahr.
Gut gefallen hat mir außerdem, dass auch das Privatleben der Figuren nicht zu kurz kommt. Besonders die Szenen mit Nils' Tochter, die mittlerweile ihre Ausbildung bei der Polizei absolviert, sorgen für zusätzliche Tiefe und knüpfen an die Entwicklungen der vorherigen Bände an.
Auch Herbert Schäfer überzeugt als Sprecher und trägt viel zur düsteren Atmosphäre der Geschichte bei.
Fazit
Mit „Puppenherz“ liefert Max Bentow einen weiteren spannenden Fall für Carlotta Weiss und Nils Trojan. Die düstere Handlung, die ungewöhnliche Idee mit den Knochenpuppen und die stetig steigende Spannung sorgen für viele fesselnde Hörstunden.
Wer die ersten beiden Bände mochte, wird auch an diesem Fall seine Freude haben.
Ein Fall für Carlotta Weiss und Nils Trojan
- Eulenschrei
- Rabenland
- Puppenherz
Der Autor
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| ⓒ Doris Poklekowski |
Seit seinem Debütroman »Der Federmann« hat sich Max Bentow als einer der erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren etabliert, alle seine Bücher waren große SPIEGEL-Bestsellererfolge.
[Quelle: Penguin]
Das Hörbuch wurde mir vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


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