Freitag, 13. Mai 2022

Rezension: Das Geheimnis von Granada

[unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar]

Ein unterhaltsamer, aber kein leichter Roman über Liebe und dunkle Familiengeheimnisse aus der Franco-Ära



Buchtitel


Das Geheimnis von Granada

Autorin

Emma Wagner

Verlag

Tinte & Feder

Medium: eBook
Seitenzahl: 588 (Printausgabe)
Preis: 4,49 € (Amazon*)
Erschienen: 12.04.2022

ASIN: B09MFNW3RN

Bewertung: ★★★★★




In „Das Geheimnis von Granada“ erzählt Emma Wagner zwei Liebesgeschichten: einerseits die Geschichte der tiefen Liebe zwischen Diego und Mina zur Zeit der Franco-Diktatur in Spanien und andererseits die beginnende Romanze zwischen Fabio und Marisol in der Gegenwart.

Für mich war das Buch definitiv mehr als ein leichter Liebesroman. Emma Wagner macht in ihrem neuen Roman das Leiden der Spanier unter der Franco-Diktatur zum Thema. Sie wechselt dabei zwischen der Gegenwart und der aufblühenden Lovestory von Fabio und Marisol in der Gegenwart, und der Liebesgeschichte von Diego und Mina aus der Vergangenheit (1974) hin und her. Der Leser ahnt schnell, dass diese beiden Erzählungen auf irgendeine Weise miteinander verknüpft sind. Aus der Gegenwart gibt es immer wieder Rückblenden zurück in das Jahr 1974; ich konnte der Handlung aber problemlos folgen. Beide Erzählstränge sind fesselnd, voller Emotionen und werden zum Ende gekonnt verknüpft, auch wenn ich sagen muss, dass ich Minas und Diegos Handlungsstrang interessanter und emotionaler fand als Marisols und Fabios.

Das Geheimnis von Granada“ ist eine wunderbare, berührende Geschichte. Leider ist das Thema von Unterdrückung der Meinungsfreiheit durch diktatorische Machthaber, Zeiten, in denen Andersdenkende eingesperrt oder sogar getötet werden, aktueller als je zuvor - das machte es für mich so beklemmend, dieses Buch zu lesen. Ich habe es einige Male aus der Hand legen müssen, da mich die Schilderung der Repressalien, denen Mina und ganz besonders Diego ausgesetzt waren - ohne sich wehren zu können - unfassbar wütend und frustriert gemacht haben. Dazu die Schilderung der Engstirnigkeit, die Borniertheit und absoluten Boshaftigkeit einiger Nebenfiguren - da brauchte ich einfach immer mal eine Lesepause.

Der Schreibstil von Emma Wagner ist sehr flüssig zu lesen und sehr bildhaft. Ihre Landschaftsbeschreibungen zum Beispiel waren so detailliert, dass ich mich direkt nach Andalusien versetzt gefühlt habe. Das Buch ist ein unterhaltsamer, aber nicht unbedingt leichter Sommerroman; es geht um einen düsteren Abschnitt der spanischen Historie und dunkle Familiengeheimnisse aus dieser Zeit.

Für mich war es eine berührende, spannende und gefühlvolle Lektüre zu einem nicht einfachen Thema, die jetzt schon zu meinen Lesehighlights 2022 gehört. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

Ich möchte mich beim Emma Wagner bedanken, dass ich das E-Book als Rezensionsexemplar lesen durfte. Meine Meinung wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst.

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