Montag, 2. März 2020

Rezension: Das wilde Herz des Westens



Eine Leseprobe zum Buch hat mich neugierig gemacht und ich habe mich gefreut, dass mir die dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH das Ebook als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine Wertung wird dadurch jedoch nicht beeinflusst.

Buchtitel

Das wilde Herz des Westens

Autorin

Alexandra Fischer

Verlag

Digital Publishers

Medium: ebook
Seiten: 636
Preis: 4,99 € (Verlag)
Erschienen: 20.02.2020

ISBN: 978-3-96087-916-9

Bewertung: ★★★★★



„Das wilde Herz des Westen“ ist das erste Buch von Alexandra Fischer, das ich gelesen habe.

Erwartet hatte ich eigentlich einen leichten, vielleicht auch etwas seichten Cowboy- und Liebesroman, aber bei diesem Buch sollte man sich weder vom Cover noch vom Klappentext täuschen lassen.

In Das wilde Herz des Westens wird die Geschichte zweier junger Frauen erzählt. Phoebe Ann Harrington, behütete Tochter der Mittelschicht und Briana Magee, bettelarme Irin können unterschiedlicher nicht sein. Der Lebensweg der Beiden ist seit der Kindheit verbunden. Briana verlor durch ein furchtbares Verbrechen ihre Familie und wurde von Phoebes Vater in seinen Haushalt aufgenommen. Die Beiden werden trotz Standesunterschied so etwas wie Freundinnen.

Phoebe Ann liebt die Groschenromane über den Wilden Westen und träumt davon, in den Westen zu reisen und einen Cowboy zu heiraten. Nach dem überstanden Sezessionskrieg mit seinen, von Alexandra Fischer bildhaft geschilderten brutalen Seiten, herrscht Männermangel im Süden und Norden Amerikas. Phoebe sieht sich bereits als alte Jungfer und ergreift daher die Chance, als sogenannte Briefbraut in den Westen zu gehen um dort die Frau eines Cowboys zu werden. Briana soll sie begleiten, was diese auch tut, wenn auch aus anderen Gründen als Phoebe denkt. Denn Briana wird auch nach langer Zeit noch von den Ereignissen und Personen aus der Vergangenheit verfolgt und will diese hinter sich lassen.

Am ersten Etappenziel der Reise angekommen müssen die Beiden feststellen, dass Phoebes zukünftige Ehemann Silas Kennedy so gar nicht das ist, was Phoebe erwartet hat. Briana entdeckt, dass er ein gesuchter Bandit und Postkutschenräuber ist. Doch Phoebe verschließt weiterhin die Augen vor der Realität und romantisiert Silas. Doch auf der Weiterreise mit Silas und seiner Familie nach Montana kommt Phoebe schnell an ihre physischen und psychischen Grenzen und in der harten Realität an, während Briana, die schon von Kind an Entbehrungen, Gefahr und Gewalt gewöhnt ist, aufblüht. Vor allem Silas Bruder Jesse ist Phoebe ein Dorn im Auge. Sie macht fälschlicherweise ihn für Silas Taten verantwortlich, denn Silas hat ihr nur die halbe Wahrheit erzählt. Währenddessen fühlt sich Briana durchaus zum anscheinend verheirateten Jesse hingezogen.

Der Treck nach Westen nimmt den größten Raum der Geschichte ein. Mit den Qualen, der enttäuschten Hoffnungen, harten Entbehrungen und den Verlusten zeichnet Alexandra Fischer kein romantisches Bild der Siedler und ihrer Geschichte, sondern zeigt die harte Realität. Und auch am Ziel der Reise wartet nicht auf alle Reisenden ein Happy End sondern der Kampf ums Überleben geht weiter.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, detailreich, anschaulich und spannend. Die historischen Hintergründe sind ebenfalls sehr interessant dargestellt und meiner Meinung nach gut recherchiert.

Die Protagonisten prägen mit ihren Stärken aber auch vielen Schwächen die Geschichte, alle entwickeln sich während des harten Trecks weiter, überwinden ihre Schwächen, werden stärker, offener. Die größte Veränderung macht dabei Phoebe, sie entwickelt sich vom verwöhnten, naiven Töchterchen zu einer starken Frau und erkennt, was sie wirklich im Leben möchte.

Dieses Buch hat mich also sehr positiv überrascht. Statt der typischen Liebesgeschichte mit ein paar Schwierigkeiten, Verwicklungen und einem schnellem Happy End geht es hier um Krieg, Gewalt, Verbrechen, die Unterdrückung der Iren und das harte Leben der Pioniere Amerikas.

Ich habe mich sehr gut unterhalten und vergebe eine ganz klare Leseempfehlung.


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